19. September 2000
Die WISE GUYS in der Philharmonie, Köln

Der zweite Konzertabend in der Philharmonie. Wie sieht denn nun ein typischer WISE GUYS Fan aus? Im Foyer traf sich jedenfalls ein sehr gemischtes Publikum. Es waren alle Altersklassen und auch alle Gehaltsklassen vertreten. Strickjacke stand neben Glitzertopp und es schlenderten auffällig viele Mutter-Tochter-Kombinationen herum.

Die Türen gingen auf, und während sich auf der Bühne der Butler um die Fixierung der Programmzettel bemühte, füllte sich der Konzertraum. (Und es gehen schon eine Menge Leute rein!)

Die WISE GUYS starteten mit “Besserwisser”, dem neuen Lied für die Wissenschaftsshow mit Ranga Yogeshwar.  (Start: 4.10.  21:45  ARD)
Leider war der Ton sehr hallig, nicht so schön klar. Das gab’s schon besser. Vielleicht lag es aber auch an unseren seitlichen Sitzplätzen.

Das Lied war aber klasse, und wer hat sich nicht schon mal gefragt, warum grünes Shampoo weißen Schaum ergibt? Griechischer Wein” und “Nein, nein, nein” waren bewährt gut und kamen auch gut an.

Danach Sari mit einem lange nicht mehr gehörten “portugiesischen” Lied. Keine Ahnung, ob der Titel wirklich “Geh nur ja nie in die Bar da..” heißt. Aber es war sehr, sehr schön. Von Sari leicht und klar gesungen, mit wunderbarer Hintergrundbegleitung und sehr harmonisch rund. Dazu dann ein jazzig hingetupftes “Trompeten”solo.... Eines der beiden Highlights des Abends! fafaya....

Als neues Stück ein Tango: “Das darf doch nicht wahr sein”, mit supercooler Choreografie. Das Stück an sich hat mich aber noch nicht überzeugt. Da gab es noch eine Differenz zwischen Text, Gesang von Ferenc und Hintergrund.

Dafür war dann “Parfum” wieder sehr schön und ich finde immer gut, wenn nicht gelacht wird. Es ist nämlich wunderschön arrangiert. “Ohne dich” wieder sehr gut und mit viel Drive gebracht. Gefällt mir sehr.

Die besten Anmachsprüche von Sari in “Willst du mit mir gehen”. Der kann sich ja superlässig bewegen!! Klasse! Für die überzeugend gute Mimik und Darstellung gab es extra Applaus.

“Zur Lage der Nation” kam gut an, aber irgendwie schüchterte die Philharmonie-Atmosphäre ein, und es wurde erst gar nicht, dann nur zögernd mitgeklatscht. Das Publikum kam überhaupt an diesem Abend nicht so gut aus sich raus und die Stimmung war zwar gut, aber etwas gedämpft.

Dän, wie immer, mit einfach guten Anmoderationen, und auch Eddi, Sari und Clemens kamen mit ihrer Kurz-Moderation gut rüber.

Nach der Pause das FC-Lied, ganz echt mit FC-Schals, “Zu schön für diese Welt”, “Frühlingslied”, “When I’m 64”. Alle sehr schön. Dazwischen endlich mal wieder eine Ballade “Bleib wie du bist”. War mir noch nicht ganz ausgereift, aber die Richtung stimmte.
Eine sentimental-traurig-schöne Stimmung kann eigentlich jedes Konzert zwischendurch gut vertragen. Danach lacht man umso lauter.

“Sexbomb” mit Ferenc im Glitzerfrack war diesmal nicht so überzeugend. Das Publikum reagierte teilweise sehr zögernd, und Dän hatte Ferenc vorher auch nicht gnadenlos fertiggemacht, so dass der richtige Beschützerinstinkt für den lieben, netten, unterdrückten Bass noch nicht geweckt war. Außerdem störte auch die seriöse Atmosphäre in der Philharmonie. Irgendwie johlt man da nicht so gerne.

“Root Beer Rag” in rasantem Tempo, kam mir noch schneller als sonst vor, war auch wieder ganz klasse. Ebenso wie “Mädchen, lach doch mal!” und “Schlag mich, Baby!”

Als Zugaben sehr gut gebracht: “Köln ist einfach korrekt”, “Ich will keine a-cappella” und “GoldenEye”. Der Beifall am Schluß war sehr schön und insgesamt war es auch ein gutes Konzert. Auch wenn die Stimmung etwas gedämpft blieb. Das lag aber nicht an den WISE GUYS, die sich wirklich sehr eingesetzt haben. Für den geringeren Anteil der “Neuhörer” war es bestimmt ein sehr guter Abend. “Vielhörer” ziehen wahrscheinlich einen Pantheon-Abend vor.

Viel Beifall und dann kamen sie wirklich nochmal raus. Einige Plätze waren schon geräumt, das Licht war eigentlich auch schon wieder an und sie stellten sich hin und sangen “More than words”. Das war dann das andere Highlight. Traumhaft schön schwebten die Töne durch den Raum und es stimmte einfach alles! Ein sehr schöner Ausklang.

Der sonst übliche Afterglow fiel wegen der vielen Leute leider aus und die Zuschauer wurden, wie Dän vorher ankündigte, "von den Philharmonie-Mitarbeitern freundlich aus dem Foyer gekehrt".

(Übrigens habe ich mindestens 5 Konzerte gebraucht, bis ich das “Beugen des Hauptes in Trauer” kapiert habe!! Bis dahin sah ich immer erstaunt auf die Bühne und fragte mich, wer nun blöd ist...)

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Fotos aus der Philharmonie