18. November 2000
Die WISE GUYS im Gymnasium Rodenkirchen

Die große Überraschung kam schon beim Kartenkauf. “WISE GUYS LIVE!” stand groß auf den Karten. Das war ja der Wahnsinn!! Ein ganzes Konzert LIVE! Das konnte nur bedeuten, dass sie entweder endlich einmal ohne Playback singen würden, oder dass sie trotz des teilweise fortgeschrittenen Alters tatsächlich noch quicklebendig waren! Vielleicht sogar beides?! Der Abend versprach ein besonderes Erlebnis zu werden...!

Und das wurde er schon beim Einlass der Zuschauer in die Aula. Es war wie beim Schlußverkauf! Auf Kommando wurden vier Türen geöffnet und rennend, schubsend und über die Stuhlreihen kletternd strömte eine Riesenmenge Zuschauer in den Raum. Innerhalb von 2 Minuten war der Saal fast voll. Das war zwar beeindruckend, aber auch wie in einem Horrorfilm. “Von Aliens überrannt”, oder so. Natürlich waren das aus der Nähe und einzeln betrachtet alles nette Leute, aber so als strömende Masse sehr erschreckend!  In die Aula passten mehr als 700 Leute, und da 600 davon explosionsartig drin waren, konnten sich die restlichen 100 Zeit lassen und in aller Ruhe hinterherspazieren. Rennen lohnte sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr.

Seit die WISE GUYS 1995 ihr erstes Konzert in der Aula des Rodenkirchener Gymnasiums gaben, gilt dieser Ort als Garant für Superstimmung bei ihren Auftritten. Das war auch an diesem Abend, bei ihrem 12. Konzert in der Aula, so. Sie hätten einstimmig “Backe, backe Kuchen” singen können, und wären umjubelt und mit viel Applaus bedacht worden. Die Zuschauerbefragung bestätigte dann auch, dass fast nur erfahrene WISE-GUYS-Hörer im Saal saßen. Manche waren sogar seit 1995 in jedem Jahr in Rodenkirchen dabei. Auch der Schulleiter, aber der MUSSTE ja, wie Dän grinsend erklärte.

Das Programm lief durch und war ein reines Heimspiel. Es wurde alles mit lautem Applaus bedacht und die Stimmung der Zuschauer war sehr gut. Es gab sogar ein neues Lied! Wieder eine gecoverte Version, aber mit witzigem, aktuellem Text versehen. Der Refrain war ein klassischer Selbstläufer, der sich ins Hirn brannte. Es gab sofort gute Stimmung und man musste einfach mitklatschen. Um den Jungs jetzt aber nicht die Überraschung zu verderben, sag ich mal nicht, welches Lied das ist. Und um die Spannung zu steigern, sage ich erst recht nicht, welches dafür rausgeflogen ist. (Ich weiß, das ist supergemein, aber am einfachsten ist diese lähmende Ungewissheit zu überwinden, wenn man demnächst ein Konzert besucht. Oder wenn man jemanden kennt, der schon da war und nicht so gemein ist wie ich! *g*)

Die sehr knappe, aber exakte Choreographie bei “Ohne dich” zog die Blicke auf sich und sah einfach gut aus. Gefiel mir sehr, auch wenn ich immer noch finde, dass Eddi sich etwas mehr bewegen könnte. Aber ich weiß ja nicht, wie ihre Tanztherapeuten das sehen. Auch die “heiße Liebe” kam sehr gut an. Warum ist der muntermachende Refrain eigentlich noch nicht von der Kaffeewerbung gekauft worden?

Kurz vor der Pause bekam Dän einige Aussetzer. Es lag aber glücklicherweise nicht an ihm und seinem geistigen Zustand, sondern an einer defekten Empfangsantenne. Nach kurzem, absolut profimäßigem Check (Stecker drin? Kabel noch da? Batterien vorhanden? Äääääh...??) orderte er seine 27 Techniker für die Pause und konnte sich bis dahin mit dem Handmikrofon retten. Die letzten beiden Lieder “Besserwisser” und “Mädchen, lach doch mal” konnten das verkraften, und nach der Pause ging es in  dunklen Anzügen und mit einer generalüberholten Antenne weiter.

Ein nettes, kleines Insider-”Quack” brachte bei “When I’m 64” zuerst Clemens und damit auch das Publikum zum Lachen. Auch wenn außer den WISE GUYS zu diesem Zeitpunkt keiner den Grund erkannte. Man konnte nur Clemens sehr überrascht, Ferenc sehr amüsiert und Dän sehr zufrieden grinsen sehen.  (Ich glaube, ich muß das Wort  Insider-”Quack” näher erklären: Eine nicht näher genannte, aber zufrieden grinsende Person hat im Hintergrund statt “dit-dit-dit” ein süßes “quack-quack-quack” gesungen. Und das ganz extra!!)

Dann die spannende Anmoderation vom “Root Beer Rag”. Hochspannung: Wann sagt Dän das geheime Codewort, bei dem das Lied startet???? So ein Spiel gab es früher auch bei Kindergeburtstagen. Ein bestimmtes Wort wurde in einer Geschichte untergebracht und man musste ganz schnell was machen, wenn man es hörte. Allerdings hat damals der Erzähler Fallen gelegt, um die Mitspieler mit ähnlichen Worten reinzulegen. Gut, dass Dän das nicht macht, denn er könnte seine Kollegen mit ständigen Fehlstarts fertigmachen! Aber auch ich höre jetzt immer sehr gespannt zu, und es besteht größte Gefahr, dass ich mal übereifrig “JETZT!!” rufe, wenn die anderen zu spät sind! Glücklicherweise haben sie es bisher immer gepackt!

Supergut und sehr plastisch zeigte Clemens später mit lässigen Handbewegungen wie er Britney Spears zu ihren “Meilensteinen” verholfen hat und bekam dafür Sonderapplaus. War aber auch wirklich sehr beeindruckend. Anschließend gab’s Geschenke für die WISE GUYS und Dän brachte seine persönliche Diebels-Alt-Flasche gleich wieder mit, um sie loszuwerden. “Hat jemand Interesse daran?” Großes Gelächter.

Es folgte das nächste Geburtstagsspiel. Früher hieß es “Armer, schwarzer Kater”, heute heißt es “Ode an den Herbst”. In beiden Fällen muß einer versuchen die anderen zum Lachen zu bringen. Dän gewinnt immer. Inzwischen würden die vier anderen das poetische Gedicht wahrscheinlich gut verkraften, aber die Anmoderation dazu macht sie fertig. Sie versuchen total lässig auszusehen und mit aller Energie ein ernstes Gesicht zu behalten, doch Dän überrumpelt sie jedesmal mit einer neuen Bemerkung und sie brechen zusammen. Das ist immer wieder sehr schön anzusehen und wirklich klasse!.

Auf besonderen Wunsch wurde als Zugabe dann noch “Die Heldensage vom heiligen Ewald” gesungen.  Das freute einen FC-Fan so sehr, dass er schon in der Moderation begeisterte “EWALD! EWALD!”-Rufe brüllte. Dän zeigte seine hervorragenden pädagogischen Fähigkeiten und brachte ihn wie ein echter Lehrer mit strengem Blick und taktischer Redepause schnell zum Verstummen. Das Lied gab eine Superstimmung und Dän musste das Publikum kurz ermahnen: “Singen! Nicht klatschen.” Der begeisterte FC-Fan sang dann im Refrain zwar zehnmal so laut wie die WISE GUYS, leider aber nicht halb so richtig. Er bereicherte das Lied um einige Tonarten und röhrte so begeistert, dass man ihn nicht hätte stoppen können. War trotzdem schön, den Ewald nochmal zu hören.

Nach einem dämonisch beleuchteten “GoldenEye” war dann endgültig Schluß, und es gab einen Afterglow im Foyer mit Getränken, 1000 Autogrammen und einem “Verlieben, verloren, vergessen, verzeihen...”

Und am nächsten Morgen mußten auch die WISE GUYS früh aufstehen, denn es ging mit dem Zug nach Dresden, zur WDR/MDR-Fernsehshow. 

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